Für eine Zeit nach dem Lockdown: Neue Routen für Bierwanderer

Nach Wegfall von Hochstahl und Aufseß: Adolf Hofmann und sein Team haben Alternativrouten geplant

WAISCHENFELD/AUFSESS - Die beliebten Bier- und Brauereiwanderungen in der Fränkischen Schweiz fallen derzeit Corona zum Opfer. Zuvor sorgten immer wieder betrunkene und ausfällig werdende Gruppen für Ärger. In Waischenfeld will man nun aus der Not eine Tugend machen.


Auch wenn die Nachfrage Corona-bedingt spürbar hinter den Vorjahren liegt: Waischenfelds Tourismus-Chef Adolf Hofmann ist überzeugt, dass die neue Routen wieder ein Renner werden können.

© Foto: Stefan Brand

Sie sind überaus beliebt, ziemlich lang, sie decken ein großes Gebiet und damit in der Regel mehrere Kommunen ab: Bier- und Brauereiwanderungen gehören zu den Höhepunkten des touristischen Angebots in der Fränkischen Schweiz. Auch in diesem Bereich hat die Corona-Pandemie eine Zwangspause bewirkt. Dazu kommt Ärger mit allzu bierseligen Wandergesellen – und das Problem, dass manche Gasthöfe nicht mehr als Anlaufstationen dienen. In Waischenfeld versucht man jetzt, aus der Not eine Tugend zu machen.

Adolf Hofmann, Leiter der Tourist-Info, hat mit seinem Team Alternativ-Touren konzipiert. Für den Fall, dass es nach den Corona-bedingten Beschränkungen wieder erlaubt wird, geführte Wanderungen zu organisieren. Als "Ersatz für unsere überaus erfolgreiche Brauereiwanderung", wie Hofmann in einer Mitteilung an die Zimmervermieter und Gastronomen schreibt. Mehrere Gründe stecken hinter dieser Initiative. Zum einen die Schließung der Brauereigaststätte in Hochstahl, zum anderen ein hohes Gästeaufkommen bei der Kathi-Bräu in Heckenhof "und den damit verbundenen Problemen beim Halten von Abstand".


Bier selbst brauen: Ein Haufen Arbeit und eine Menge Spaß


Und nicht zuletzt seien Gruppenbesuche in der Gaststätte Rothenbach in Aufseß zur Zeit nicht erwünscht. Überhaupt ist der Aufseßer Bierwanderweg seit Herbst in der Diskussion, im Gemeinderat war jüngst von "Zuständen wie am Ballermann" die Rede. Die Konsequenz, sagt Hofmann: Die Brauereiwanderungen, die es seit 2001 gibt, lassen sich nicht in gewohnter Weise fortführen.

Das Wanderangebot ab 2021 steht, "wir hoffen, dass diese neuen geführten Touren genauso gut angenommen und erfolgreich werden wie unsere bisherigen Brauereiwanderungen". Da ist Zuversicht – schließlich gebe es noch Anmeldungen von Gästen aus dem Vorjahr, die sich für 2021 gleich wieder angemeldet haben. "Mehr als ein halbes Dutzend", sagt Hofmann im Gespräch mit der Redaktion. Eine Firma würde am liebsten gleich im März starten, aber "da geht wohl noch nichts".

Zwei Varianten stehen auf dem Programm, wobei die zweite erst greift, wenn die erste ausgebucht ist. Trotz Corona, trotz Lockdown haben Hofmann und seine Mitstreiter einen Terminkalender auf die Beine gestellt, der von Anfang April bis Ende Oktober reicht.

Ob diese Termine zu halten sind, ist noch unklar und hängt von der weiteren Pandemie-Entwicklung ab. 2020 seien die Bier-Touren als Veranstaltung eingestuft und damit in der Lockdown-Phase untersagt worden. "Als wieder Veranstaltungen möglich waren, konnten auch wir wieder loslegen." Immer unter Einhaltung der Abstandsregeln: "Wir haben alle in kleine Gruppen aufgeteilt, beim Wandern selbst und im Biergarten ist das kein Problem, alle haben sich daran gehalten."

Ob die neuen Routen bereits ab April zum Tragen kommen, "lässt sich einfach noch nicht sagen, wir hoffen es einfach". Daher hat Hofmann auch überregional Werbung geschaltet für den Tourismusort Waischenfeld, mit vielen Nachfragen als Resonanz: "Ich verschicke dann immer unsere Prospekte und natürlich dazu den Flyer für die Bierwanderungen."

STEFAN BRAND

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