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Diese Fränkin will bayerische Bierkönigin werden

Johanna Merkenschlager aus Georgensgmünd: "Hopfen gehört zu meinem Leben"

GEORGENSGMÜND - Jedes Jahr wählt der Bayerische Brauerbund eine Bierkönigin. Heuer ist Johanna Merkenschlager aus Hauslach bei Georgensgmünd (Kreis Roth) für Mittelfranken im Rennen. Wir haben die Pilsliebhaberin gefragt: Wie muss das perfekte Bier aussehen?


Hopfen gehört zu ihrem Leben, sagt Johanna Merkenschlager aus Georgensgmünd. Jetzt will sie bayerische Bierkönigin werden. © Ralf Hoffmann

NZ: Frau Merkenschlager, haben Sie ein Lieblingsbier?

Johanna Merkenschlager: Ich bin mit Bier der Spalter Brauerei aufgewachsen und war sehr lange Pilsliebhaberin. In den vergangenen Jahren habe ich auch andere Sorten, die gebraut werden, schätzen und lieben gelernt.

NZ: Sie sind in einem Betrieb großgeworden, der Hopfen anbaut. Wann hatten Sie mit der Materie das erste Mal Tuchfühlung?

Wird sie zum Gesicht für das bayerische Bier? © Ralf Hoffmann

Merkenschlager: Bewusst kann ich mich nicht erinnern. Hopfen gehört, seitdem ich denken kann, einfach zu meinem Leben. Wahrscheinlich bin ich schon als Kleinkind durch den Hopfengarten gestapft, sobald mich meine Füße getragen haben, genauso wie es heute meine beiden Nichten tun. Die Leidenschaft zum Hopfen und später auch zum Bier wurde mir somit quasi in die Wiege gelegt.

NZ: War das auch ausschlaggebend für die Bewerbung? Oder wie kam es dazu?

Merkenschlager: Auf die Bewerbung aufmerksam wurde ich ganz klassisch über Facebook und lange überlegen, ob ich mich bewerben soll, musste ich nicht.

NZ: Beim Casting wurden aus 25 Bewerberinnen sieben ausgewählt. Eine waren sie. Wie war die Stimmung unter den Kandidatinnen?

Merkenschlager: Die Stimmung unter den Mädels in München war ganz entspannt. Ich glaube, wir waren auch alle gleich aufgeregt.

NZ: Teil der Wahl ist ein Onlinevoting, das noch bis Mitte Mai läuft und in dem Sie derzeit (Stand Freitagabend) den dritten Platz belegen. Haben Sie eine Strategie, um mehr Menschen zum Klicken zu bewegen?

Merkenschlager: Eine richtige Strategie habe ich ehrlich gesagt nicht. Ich lasse das, wie auch schon in den vergangenen Tagen, einfach mal auf mich zukommen.

NZ: Gesetzt den Fall, neben den Internetvotern gelingt es Ihnen auch, den Saal für sich bei der Wahl am 18. Mai in München einzunehmen – was wäre Ihnen als bayerische Bierkönigin besonders wichtig?

Merkenschlager: Wenn ich bayerische Bierkönigin werden sollte, ist es mir besonders wichtig, das bayerische Bier nicht nur als Endprodukt zu repräsentieren, sondern das Bier in seiner Gesamtheit von der Wurzel bis zum Genuss. Als Tochter aus einem landwirtschaftlichen Familienbetrieb mit Hopfenanbau weiß ich auch, welche Arbeit sich hinter den Rohstoffen des Bieres verbirgt.

NZ: Welchen Terminansturm müssten Sie denn im Falle einer Wahl stemmen? Und wie lässt sich das dann voraussichtlich mit ihrem Privatleben vereinbaren?

Merkenschlager: Nach Aussage der amtierenden Bierkönigin sollte man während der Amtszeit mit 80 bis 120 Terminen rechnen. Ich habe gerade mein Studium "Management erneuerbarer Energien" beendet und mir steht aktuell nichts im Wege, eine Amtszeit als Bierkönigin einzulegen. Jetzt habe ich noch die Möglichkeit, Weichen für die Zukunft zu stellen.

NZ: Muss eine Bierkönigin auch heikle Themen wie Alkoholismus anpacken oder genügt es, ordentlich ein Fass anzustechen?

Merkenschlager: Alkoholismus ist ohne Zweifel ein ernstzunehmendes Thema, mit dem man auch als Bierkönigin verantwortungsvoll umgehen sollte. Aber ich denke, im Vordergrund stehen während der Amtszeit die positiven Seiten des Bieres, wie beispielsweise die große Vielfalt im Geschmack oder die Geselligkeit, welche ich mit einem gemütlichen Feierabendbier – das gelegentlich auch alkoholfrei ist – verbinde.

Leser, die Johanna bei ihrer Kandidatur unterstützen möchten, können dies hier tun: www.bayrisch-bier.de. 

Fragen: s.l.

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